Was ist der Bodenrichtwert?
Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis für ein unbebautes Grundstück in einer bestimmten Lage. Er wird in der Regel alle zwei Jahre von den örtlichen Gutachterausschüssen auf Grundlage tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und veröffentlicht.
Wie wird der Bodenrichtwert ermittelt?
Gutachterausschüsse werten die gemeldeten Grundstücksverkaufspreise (Kaufpreissammlung) der letzten Jahre aus und bilden daraus einen durchschnittlichen Lagewert pro Quadratmeter. Es handelt sich um einen Durchschnittswert, nicht um den individuellen Grundstückswert Ihrer Immobilie.
Wo finde ich den Bodenrichtwert für Mülheim an der Ruhr?
In Nordrhein-Westfalen können Sie den Bodenrichtwert über das landesweite Portal BORIS NRW kostenfrei abfragen. Dort sind die aktuellen und historischen Bodenrichtwerte für jede Gemeinde abrufbar.
Was sagt der Bodenrichtwert über den tatsächlichen Immobilienwert aus?
Der Bodenrichtwert gibt den reinen Bodenwert ohne Bebauung an. Für eine vollständige Immobilienbewertung müssen zusätzlich Gebäudewert, Lage, Ausstattung, Zustand, Mieteinnahmen und weitere Faktoren berücksichtigt werden.
Welche Rolle spielt der Bodenrichtwert bei der Immobilienbewertung?
In allen gängigen Bewertungsverfahren ist der Bodenrichtwert eine zentrale Eingangsgröße:
- Sachwertverfahren: Der Bodenwert wird separat vom Gebäudewert ermittelt. Grundlage ist der Bodenrichtwert multipliziert mit der Grundstücksfläche.
- Ertragswertverfahren: Der Bodenwert fließt als Bestandteil in die Gesamtberechnung ein, neben den kapitalisierten Mieterträgen.
- Vergleichswertverfahren: Der Bodenrichtwert dient als Plausibilitätskontrolle und Referenzgröße.
Bodenrichtwert vs. Grundstückswert
Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert für eine Zone. Der individuelle Grundstückswert Ihrer Immobilie kann davon abweichen – je nach Grundstücksform, Erschließung, Ausrichtung, Bebaubarkeit und besonderen Lagemerkmalen. Eine professionelle Bewertung berücksichtigt diese Faktoren einzeln.
Wie beeinflusst der Bodenrichtwert die Grundsteuer?
Mit der Grundsteuerreform ab 2025 wird der Bodenrichtwert in vielen Bundesländern (insbesondere im Bundesmodell) zur zentralen Berechnungsgrundlage für den Grundsteuerwert. Änderungen des Bodenrichtwerts wirken sich damit direkt auf die künftige Grundsteuerbelastung aus.
Bodenrichtwert und Erbschaftsteuer
Bei der steuerlichen Bewertung von Grundstücken und Immobilien im Erbfall oder bei Schenkungen ist der Bodenrichtwert ebenfalls eine maßgebliche Größe. Die Finanzverwaltung setzt den Bodenrichtwert als Ausgangswert für die Ermittlung des Grundbesitzwerts an.
Zusammenfassung
Der Bodenrichtwert ist ein wichtiger Orientierungswert, ersetzt aber keine individuelle Bewertung. Wenn Sie den Marktwert Ihrer Immobilie in Mülheim an der Ruhr erfahren möchten, empfehlen wir eine professionelle Wertermittlung, die neben dem Bodenwert auch Gebäude, Ausstattung, Mietstruktur und aktuelle Marktbedingungen berücksichtigt.
Für eine detaillierte Darstellung der einzelnen Bewertungsverfahren empfehlen wir unseren Artikel zum Sachwertverfahren.
Beim Sachwertverfahren wird der Bodenwert separat vom Gebäudewert ermittelt:





