Was ist mein Mehrfamilienhaus wert?
WELLHÖNER
01 · Wertfrage

Was ist mein Mehrfamilienhaus wert?

Zum Mehrfamilienhaus-Verkauf

Eigentümer beginnen ihre Wertprüfung häufig mit der Frage, welcher Quadratmeterpreis in ihrer Stadt oder ihrem Stadtteil erzielt wird. Diese Kennzahl kann eine erste Orientierung geben, bildet aber die wirtschaftliche Qualität eines Mehrfamilienhauses nur unvollständig ab.

Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können deutlich unterschiedliche Verkaufswerte haben, wenn sich ihre Mieten, Kosten, Grundstücke, Gebäudezustände oder Mietverhältnisse unterscheiden.

Die wichtigsten Wertbereiche

Lage und Mikrolage

Relevant sind insbesondere:

  • Stadt und Stadtteil
  • unmittelbares Straßenumfeld
  • Verkehrsanbindung
  • Nahversorgung
  • Schulen und Betreuung
  • Lärm und gewerbliche Einflüsse
  • Parkplatzsituation
  • Nachfrage nach den vorhandenen Wohnungsgrößen
  • langfristige Entwicklung des Quartiers

Die konkrete Straße kann für die Bewertung wichtiger sein als der Stadtteilname. Auch innerhalb eines als attraktiv geltenden Stadtteils können einzelne Lagen durch Verkehr, Gewerbe, bauliches Umfeld oder eingeschränkte Erreichbarkeit anders einzuordnen sein.

Grundstück

Das Grundstück beeinflusst den Wert durch:

  • Größe
  • Zuschnitt
  • Erschließung
  • Bodenrichtwert
  • Stellplätze und Garagen
  • Hofflächen
  • Nebengebäude
  • mögliche Belastungen
  • rechtlich gesicherte Entwicklungsmöglichkeiten

Der Bodenrichtwert ist keine automatische Preisangabe für das gesamte bebaute Grundstück. Er muss innerhalb des jeweiligen Bewertungsmodells und unter Berücksichtigung der Grundstücksmerkmale angewendet werden.

Mieteinnahmen

Bei einem vermieteten Mehrfamilienhaus bilden die Mieteinnahmen eine zentrale Grundlage der Bewertung. Geprüft werden:

  • aktuelle Nettokaltmieten
  • Jahresnettokaltmiete
  • Mietbeginn
  • letzte Mietanpassung
  • Staffel- oder Indexmieten
  • Leerstände
  • Mietrückstände
  • Garagen- und Stellplatzmieten
  • Gewerbemieten
  • besondere Vereinbarungen

Gebäudezustand

Wertrelevant sind insbesondere:

  • Dach
  • Fassade
  • Heizung
  • Leitungen
  • Elektrik
  • Fenster
  • Balkone
  • Treppenhaus
  • Keller
  • Brandschutz
  • Feuchtigkeit
  • energetischer Zustand

Bewirtschaftungskosten

Nicht alle Kosten können auf Mieter umgelegt werden. Käufer berücksichtigen regelmäßig:

  • Verwaltungskosten
  • Instandhaltung
  • Mietausfallwagnis
  • nicht umlagefähige Betriebskosten
  • Leerstandskosten
  • laufende Rechts- oder Schadenfälle
  • geplante Investitionen

Unterlagenqualität

Fehlende oder widersprüchliche Unterlagen können die Bewertung und Finanzierung erschweren. Dies betrifft besonders:

  • Wohnflächenberechnungen
  • Baupläne
  • Genehmigungen
  • Mietverträge
  • Mietaufstellungen
  • Kautionsnachweise
  • Betriebskostenabrechnungen
  • Energieausweis
  • Modernisierungsnachweise

In einem internen Verkaufsfall von Wellhöner wurden für die Prüfung unter anderem Einheit, Fläche, Grundmiete, Miete je Quadratmeter, Datum der letzten Mieterhöhung, Mietrückstand, Zustand, Renovierungsstand, Kaution, Nebenabreden und Rechtsstreitigkeiten strukturiert erfasst. Diese Gliederung zeigt, welche Informationen für die Verkaufswertanalyse eines vermieteten Hauses praktisch relevant sein können.

Verkaufswert ist nicht gleich Wunschpreis

Eigentümer sollten unterscheiden zwischen:

  • rechnerischem Wert
  • marktgerechter Angebotspreispositionierung
  • tatsächlichem Kaufangebot
  • letztlich beurkundetem Kaufpreis

Ein besonders hoher Angebotspreis kann zu einer längeren Vermarktung oder zu späteren Preisreduzierungen führen. Ein zu niedrig angesetzter Preis kann dagegen wirtschaftliches Potenzial verschenken.

Die Verkaufsstrategie sollte deshalb auf einer nachvollziehbaren Objekt- und Ertragsanalyse beruhen.

Hinweis: Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen kein Verkehrswertgutachten, keine Rechts- oder Steuerberatung und keine Prüfung eines einzelnen Mietverhältnisses. Die konkrete Bewertung erfordert die Prüfung des Objekts, der Miet- und Bewirtschaftungsunterlagen sowie der örtlichen Marktdaten.

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