Die Frage kommt fast immer zuerst: Was kostet das? Eine seriöse Antwort braucht ein paar Angaben – aber die Spannen lassen sich gut eingrenzen. Dieser Beitrag zeigt, wie sich der Preis einer Haushaltsauflösung zusammensetzt und wo er kippt.

Die kurze Antwort

Eine professionelle Haushaltsauflösung kostet in Deutschland meist 30 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Der untere Wert gilt für dünn möblierte, gut zugängliche Wohnungen im Erdgeschoss, der obere für voll geräumte Objekte in oberen Etagen ohne Aufzug. Stark überfüllte Haushalte liegen darüber.

Typische Gesamtkosten nach Objektgröße

Richtwerte für eine normal möblierte Wohnung inklusive Transport und Entsorgung, ohne Endreinigung:

  • 1-Zimmer-Wohnung, ca. 40 m²: 700 – 1.800 Euro
  • 2–3-Zimmer-Wohnung, ca. 70 m²: 1.500 – 3.500 Euro
  • 4-Zimmer-Wohnung, ca. 100 m²: 2.500 – 5.000 Euro
  • Einfamilienhaus mit Keller, Dachboden und Garage: 4.000 – 9.000 Euro
  • Stark überfüllter Haushalt: das Zwei- bis Dreifache der jeweiligen Spanne

Gerade Keller, Dachboden und Garage werden bei der Kalkulation gern vergessen – sie machen bei älteren Haushalten oft ein Drittel des Volumens aus.

Was den Preis nach oben treibt

  • Etage ohne Aufzug: pro Stockwerk spürbarer Aufschlag, weil die Tragezeit steigt
  • Lange Tragewege oder keine direkte Zufahrt für den Lkw
  • Halteverbotszone: je nach Kommune und Dauer meist 80 bis 150 Euro, Beantragung mit Vorlauf
  • Sondermüll: Farben, Lösungsmittel, Altreifen, Asbestplatten – alles mit gesonderten Entsorgungspreisen
  • Elektrogeräte, Kühl- und Gefriergeräte, Altbatterien: getrennte Rücknahmewege
  • Rückbau: Einbauküche, Teppichboden, Laminat, Deckenpaneele, Gardinenschienen – häufig separat berechnet
  • Termindruck: Wochenend- oder Expresstermine kosten Zuschlag
  • Endreinigung: rund 3 bis 8 Euro pro Quadratmeter, besenrein ist meist inklusive
  • Renovierung: Malerarbeiten sind ein eigenes Gewerk und nicht Teil der Auflösung

Was den Preis senkt: die Wertanrechnung

Seriöse Anbieter rechnen verwertbare Gegenstände gegen. Infrage kommen Antiquitäten, hochwertige Massivholzmöbel, Designklassiker, Musikinstrumente, Uhren, Schmuck, Münzen, Briefmarken, Werkzeug und Metallschrott. Der Effekt ist selten dramatisch, senkt den Preis aber oft um 10 bis 30 Prozent.

Wichtig: Lassen Sie die Wertanrechnung im Angebot beziffern, nicht mündlich zusagen. Und sichten Sie vorher selbst – was einmal auf dem Lkw ist, kommt nicht zurück. Bei vermuteten Wertgegenständen lohnt eine unabhängige Schätzung, bevor die Räumung beginnt.

Selbst räumen: die ehrliche Rechnung

Eigenleistung ist günstiger – aber nicht kostenlos:

  • Transporter: 80 bis 150 Euro pro Tag zuzüglich Kilometer und Sprit
  • Deponiegebühren: Sperrmüll je nach Kommune rund 100 bis 250 Euro pro Tonne; eine Drei-Zimmer-Wohnung bringt schnell 3 bis 5 Tonnen zusammen
  • Container: je nach Größe und Abfallart 200 bis 600 Euro inklusive Stellzeit
  • Halteverbot, Verpackungsmaterial, Werkzeug
  • Zeit: realistisch 3 bis 6 volle Tage für eine durchschnittliche Wohnung, zu zweit

Unterm Strich landen Sie bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung häufig bei 600 bis 1.200 Euro reinen Sachkosten – plus mehrere Arbeitstage. Rechnen Sie dazu das Risiko: Wer beim Tragen stürzt oder das Treppenhaus beschädigt, haftet selbst. Ein Betrieb hat dafür eine Betriebshaftpflicht.

Wer zahlt die Haushaltsauflösung?

Die Kosten sind eine Nachlassverbindlichkeit und werden aus dem Nachlass bestritten. Reicht der Nachlass nicht, haften die Erben grundsätzlich persönlich – es sei denn, sie beschränken ihre Haftung durch Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz oder schlagen die Erbschaft aus.

Steuerlich: Für Erbfallkosten – dazu zählen Bestattung, Grabpflege, Nachlassregelung und in der Regel auch die Haushaltsauflösung – gibt es bei der Erbschaftsteuer einen Pauschbetrag, der seit 2025 bei 15.000 Euro liegt (zuvor 10.300 Euro, § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG). Bis zu dieser Höhe sind keine Belege erforderlich. Liegen die tatsächlichen Kosten darüber, können sie nachgewiesen und in voller Höhe abgezogen werden – sammeln Sie also Rechnungen.

Bei Mietwohnungen von Sozialhilfeempfängern kommt im Einzelfall eine Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger in Betracht. Das ist die Ausnahme und muss vorher beantragt werden.

Angebote richtig vergleichen

  • Vor-Ort-Besichtigung verlangen. Ein Festpreis per Telefon ist kein Festpreis, sondern eine Einladung zur Nachforderung.
  • Schriftliches Angebot mit Leistungsumfang: Welche Räume, Keller inklusive? Besenrein oder gereinigt? Rückbau enthalten?
  • Entsorgungsnachweis zusagen lassen. Wird Ihr Hausrat illegal entsorgt, kann das Bußgeld auch Sie als Auftraggeber treffen.
  • Betriebshaftpflicht nachweisen lassen.
  • Keine Vorkasse. Anzahlungen über 20 Prozent sind unüblich.
  • Drei Angebote einholen. Die Spanne zwischen dem günstigsten und dem teuersten liegt erfahrungsgemäß bei Faktor zwei.

Worauf es bei der Anbieterauswahl sonst noch ankommt, steht im Beitrag Nachlassentrümpelung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Wohnungsauflösung für 70 Quadratmeter? In der Regel 1.500 bis 3.500 Euro, abhängig von Füllgrad, Etage und Zufahrt. Mit Keller und Endreinigung eher am oberen Rand.

Sind die Kosten steuerlich absetzbar? Bei der Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit ja – pauschal bis 15.000 Euro ohne Nachweis, darüber mit Belegen. Bei der Einkommensteuer kommt allenfalls die Handwerkerleistung für die eigene Wohnung in Betracht, was im Erbfall selten passt.

Wird der Wert der Möbel wirklich angerechnet? Bei seriösen Anbietern ja, aber realistisch. Gebrauchte Standardmöbel haben praktisch keinen Marktwert; entscheidend sind Antiquitäten, Edelmetall und Sammlerstücke.

Wie lange dauert eine Haushaltsauflösung? Eine durchschnittliche Wohnung schafft ein eingespieltes Team an einem Tag, ein Haus an zwei bis drei Tagen.

Was kostet eine Entrümpelung im Vergleich? Eine reine Entrümpelung – also Keller, Dachboden oder Garage ohne komplette Wohnung – liegt meist bei 300 bis 1.500 Euro. Die Preisbasis ist dieselbe: Volumen, Zugang, Entsorgungsart.

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Den Überblick über alle Schritte gibt der Leitfaden Haushaltsauflösung im Todesfall, alle Beiträge zum Thema finden Sie unter Erbfall und Immobilie.

Alle Preisangaben sind Erfahrungswerte und können regional deutlich abweichen. Maßgeblich ist immer ein individuelles Angebot nach Besichtigung.